Authentisch sein.
Offen bleiben.
Interdisziplinär, undogmatisch und individuell. Ihr Ziel und Ihre persönliche Kommunikationskompetenz stehen im Mittelpunkt.
Ihr Denken.
Ihr Reden.
Ihr Handeln.
Authentizität bedeutet für mich die Einheit von Denken, Reden und Handeln. Vorhandene Kernkompetenzen ausbauen, neue Möglichkeiten entdecken und sie im Alltag festigen: Das ist der Ansatz meiner Trainings.
Respekt, Neugier und Freude an der gemeinsamen Arbeit gehören dazu.
Fotos: Leonore Höfer · Interview 2004
Meine Philosophie.
Ein Gespräch.
Das vollständige historische Interview mit Leonore Höfer. Die Aussagen spiegeln den damaligen Stand wider.
Mein Spezialgebiet sind Kommunikationstrainings. Meine Arbeitsweise ist interdisziplinär und undogmatisch. Bei mir gibt es keine festgefahrene Lehrmeinung i.S.v. „Das gehört so und alles andere ist falsch!“ Die Entscheidung, wie das Training abläuft, hängt vom Ziel des Einzelnen ab. Es kommt darauf an, was jemand mit seiner Kommunikation erreichen will. Neben der Erreichung beruflicher Zielen halte ich Authentizität für etwas Besonderes. Etwas, was vielen im Business fehlt. Wer sie hat, hat mehr zu bieten als die meisten anderen. Und mehr vom Leben... (weiterlesen unten!)
Meine Philosophie - Ein Interview (2004)
Was bedeutet undogmatisch? Ich lasse prinzipiell jeden Ansatz gelten, soweit er der Verbesserung der persönlichen Kommunikationskompetenzen meiner Seminarteilnehmer bzw. Studenten dient. Viele bringen viel Erfahrung mit. Diese Erfahrung muss integriert werden in das Trainingskonzept. Meine Seminare bzw. Kurse sind daher individuell auf die Hintergründe und Bedürfnisse der jeweiligen Gruppe zugeschnitten, weil gerade Kommunikation je nach Zielgruppe und auch Zielrichtung völlig verschieden abläuft bzw. funktioniert. Natürlich gibt es auch Übungen, die ich immer wieder einsetze, weil sie sich in jedem Kontext bewährt haben.
Einzeltrainings werden in persönlicher Abstimmung noch konkreter als Gruppentrainings auf die jeweilige Situation zugeschnitten. Einzelziele werden gemeinsam festgelegt und erlebnis- und ergebnisorientiert trainiert.
Hierbei geht es zuerst darum, vorhandene Kernkompetenzen zu trainieren und auszubauen, und zwar so, dass sie danach in nahezu jeder Situation “funktionieren”. Zukünftige Gesprächssituationen sind schwer vorher zu sehen bzw. zu kontrollieren. Diese Kontrolle ist aber gar nicht nötig, wenn man individuell-generell vorbereitet ist. Man kann Gespräche, Verhandlungen oder Präsentationen gelassen auf sich zukommen lassen.
Im zweiten Schritt gibt es natürlich auch Hinweise auf Fehler. Viele wünschen sich gerade diese Hinweise nach der Analyse und das professionelle Aufspüren des „Falschen“ mit den entsprechenden Analyse-tools. Ziel bleibt immer, den Umfang der persönlichen Möglichkeiten zu erhöhen. Ein gutes Ergebnis wurde aus meiner Sicht erzielt, wenn der Seminarteilnehmer nach dem Training aufgrund seiner erweiterten Kommunikationsbandbreite in der Lage ist, mit jeder sich ergebenden Situation souverän und nutzbringend umzugehen oder zumindest die Chancen dieser Umsetzung in jeder Situation erkennt. Die konsequente Umsetzung erlernt kaum jemand an einem Tag. Die neuen Erkenntnisse brauchen Zeit, um sich im Alltag zu festigen und Teil der Persönlichkeit zu werden, denn viele Menschen haben Angst vor Veränderung oder begegnen ihr zumindest sehr vorsichtig. Manch einer braucht Zeit, auch innere Widerstände allmählich abzubauen. Erst danach wird das Neue authentisch umgesetzt.
Was trage ich zum Erfolg meiner Seminarteilnehmer bzw. Studenten oder Beratungskunden bei? Die Basis meiner Arbeit bildet die Fülle meiner sehr unterschiedlichen Berufserfahrungen in ganz verschiedenen Bereichen. Ich glaube, ich habe schon sehr viel gesehen und erlebt, insbesondere was Business-Kommunikation angeht. Haarsträubendes genauso wie Bereicherndes. Langweiliges genauso wie Hochspannendes! Das Alles bringe ich bei der Konzeption meiner Seminare ein und setze mein gewachsenes Kommunikations-Know-How zusammen mit meinem Gegenüber in den Trainings um. Dabei bin ich immer noch neugierig und höre gerne zu. Das Ergebnis bzw. der individuelle Nutzen dieser Herangehensweise hebt sich deutlich ab von dem einseitigen Erfolg streng wissenschaftlich geprägter bzw. standardisierter Lehrkonzepte, wie mir das Feedback meiner Teilnehmer immer wieder bestätigt. Denn diese Lehrkonzepte kennen die meisten bereits aus Büchern. Auch wenn manche Studenten oder Seminarteilnehmer zunächst erschrocken reagieren und nicht auf derart viel Interaktion mit einem Dozenten vorbereitet sind, bin ich von meinem Konzept überzeugt. Besonders nach einem Intensivkurs mit mir sind Sie auf Interaktion mit dem Publikum vorbereitet!
Ein weiterer Faktor, der meiner Ansicht nach oft unterschätzt wird: Die Arbeit miteinander macht mit diesem individuellen Konzept deutlich mehr Spaß! Eine elementare Voraussetzung dafür, dass das Erlernte später auch gerne im Arbeitsalltag umgesetzt wird. Und das gilt nicht nur für Studenten, sondern erst recht für diejenigen, die schon länger im Beruf stehen.
Was mich motiviert? Ich selbst finde Zufriedenheit mit und Weiterentwicklung bei der Arbeit wertvoller als den finanziellen Verdienst. Deshalb übernehme ich immer wieder auch ehrenamtliche Aufgaben für junge Kunden oder Auftraggeber. Natürlich betrachte ich im Normalfall ein angemessenes Honorar als selbstverständlich, weil Bezahlung ein Teil unserer Gesellschaftsform ist und damit existenzsichernd wirkt. Aber ich gehöre nicht zu den Trainern, die - wie mir eine recht gut bezahlte Kollegin einmal berichtete - nach einem Training abends im Hotelzimmer sofort die Rechnung schreiben, um sich so ihr eigenes „Schmerzensgeld“-Rezept gegen den mit Leid ertragenen Arbeitstag auszustellen. Im Gegensatz hierzu achte ich darauf, selbst Spaß bei meinen Tätigkeiten zu haben und die Begeisterung überträgt sich in der Regel.
Was mich abschreckt? Ignoranz ganz allgemein und der daraus resultierende fehlende Respekt in der Kommunikation. Ohne ein Mindestmaß an gegenseitigem Respekt kann Kommunikation nicht gelingen. Was ich gegen Ignoranz tue? Nun. Zum Spaß führe ich immer noch ganz gerne Rechtsstreite gegen Behörden oder andere Institutionen, deren Mitarbeiter sich für unangreifbar halten und es darauf anlegen, herauszufinden, wer der Stärkere ist. Allerdings unternehme ich solche Spaßgefechte nicht für andere (Anmerkung: 15 Jahre lang hatte ich auf meine Zulassung als Rechtsanwalt verzichtet.), sondern nur für mein persönliches Training. Mir selbst bedeutet das Gewinnen an sich nichts, aber manchen offensichtlich sehr viel. In so einem Fall nehme ich gerne die Herausforderung an, um in Form zu bleiben. Wer Spaß daran hat, kann nichts verlieren. Das funktioniert natürlich nur, solange mir der finanzielle Ausgang eines Verfahrens egal sein kann. Denn vor Gericht und auf hoher See ist man in Gottes Hand! So lautet ein altes Juristensprichwort. Ob es wirklich immer Gottes Hand ist, die da regiert? Ich könnte dazu jetzt einige Geschichten erzählen, aber lassen wir das!
Anmerkung 2009: Vielleicht schreibe ich über all diese Erlebnisse irgendwann ein Buch. Sehr wahrscheinlich sogar und spätestens im Rentenalter: Ich habe vor, mich auch im Ruhestand zu beschäftigen, um wach und einigermaßen fit zu bleiben (und die Rente aufzubessern...). Deshalb habe ich - relativ spät im Leben - noch Journalismus studiert. Mir schwebt ein etwas authentischerer Journalismus vor, als der, dessen Ergebnisse in der Tagespresse präsentiert werden. Es sollte mehr Menschen geben, die ehrlich berichten und ihre wirkliche Meinung sagen, anstatt nach Anzeigenkunden zu schielen, wie das schon bei Kir Royal angeprangert wurde. Ich denke, der Trend geht dorthin. Wer sich heutzutage über Firmen, neue Mitarbeiter, Elektrogeräte, Urlaubsreisen oder neue Mitarbeiter informieren will, nutzt in aller Regel das Internet. Hier findet zwar nicht unbedingt wissenschaftlich fundierte, aber viel authentische Kommunikation statt. In einem Forum (beispielsweise zum Thema Motorrad oder Computer) kann ich recht schnell herauslesen, wer hier der Angeber, wer der Miesmacher, wer der Kreative, wer der Sachverständige oder der Sicherheitsfanatiker ist; aber auch, wer auf Fragen wirklich eingehen kann bzw. wer bloß Sprüche macht, weil er offenbar nichts Besseres zu tun hat. Diese Authentizität macht solche Informationen für mich wertvoller als Tendenzberichte, die einer bestimmten Lehrmeinung, Unternehmensstrategie oder Lobby folgen oder gar gekauft wurden. Nicht umsonst suchen sich Personaler lieber über soziale Netzwerke Informationen zum Bewerber als dem Bewerbungsanschreiben Glauben zu schenken.
Authentizität (die übrigens auch Echtheit genannt wird, oder etwas wissenschaftlicher: die Einheit von Denken, Reden und Handeln) halte ich im Berufsleben für eine seltene und deshalb wertvolle Eigenschaft. Auch wenn viele Menschen das Unechte nicht konkret benennen können, weil sie eben nicht Kommunikationstrainer sind, haben die meisten doch sehr feine Antennen, mit denen sie bemerken, wenn irgendetwas beim Gegenüber nur gemacht und nicht echt ist. Wer schlüssig auftritt, ist also klar im Vorteil.
Ist das nicht ein weiter Weg vom Rechtsanwalt zum Schauspieler? ( - und wieder zurück!) Ich beantworte diese häufig gestellte Frage meist so: „Ja und nein. Die Rollen sind nicht so verschieden. Rechtsanwälte sind auch Schauspieler. Sie stellen sich und die Handlung so dar, wie es der Mandant oder die Rechtslage verlangt, um ihr Ziel zu erreichen. Was dem Schauspieler der Regisseur, ist dem Rechtsanwalt der Mandant: Man ist sich vielleicht nicht immer einig, aber fremde Aussagen werden zu eigenen und man trägt sie in entsprechender Form in die Öffentlichkeit. Im einen Fall ins Theater. Im anderen Fall in den Gerichtssaal. Ich würde nicht sagen, dass Rechtsanwälte generell lügen. Ich würde jedoch sagen: Sie tun die meiste Zeit nur so, als ob. Nach meiner Erfahrung z.B. so, als ob sie bessere Rechtskenntnisse hätten als der gegnerische Rechtsanwalt, als ob sie den ehrenhafteren Mandanten vertreten würden, als ob sie sich auf den Fall vorbereitet hätten... (mit Staatsanwälten und Richtern habe ich übrigens ähnliche Erfahrungen gemacht. Und mit weiblichen Vertretern dieser Spezies ist es kaum anders.) Da ist mindestens genauso viel Getue dabei wie in einer Theatergarderobe (Übrigens habe ich auch schon mit Richterin und Rechtsanwälten klassisches Theater gespielt.) Der Unterschied des Juristenberufes zum Schauspielberuf besteht wohl darin, dass man beim Juristen nicht wissen soll, dass er gerade nur so tut. Beim Schauspieler darf es jeder wissen, weil das seinen Erfolg sogar steigert, wenn er es gut macht. Für mich sind die meisten Schauspielkollegen authentischer als die Rechtsanwaltskollegen, die ich im Gerichtsaal kennen lernen durfte, denn der Schauspieler legt in der Regel seine Rolle ab, wenn er die Bühne verlässt (Ausnahmen bestätigen die Regel). Viele Rechtsanwälte bleiben in der Rolle. Organ der Rechtspflege für 24 Stunden am Tag, das Ego ganz auf den Beruf fixiert. Eigentlich Stoff für eine Tragödie.
Aber um auf die Frage zurück zu kommen: War es ein weiter Weg vom Rechtsanwalt zum Schauspieler bzw. Kommunikationstrainer? Es war ein großer Schritt, der vielleicht Mut erfordert hat, ein Schritt, der mich sehr viel weiter gebracht hat im Leben. Ein langer und mühsamer Weg wäre es für mich geworden, wenn ich immer nur Rechtsanwalt geblieben wäre. Ich habe meine Berufswechsel als Abkürzungen auf dem Weg der persönlichen Entwicklung erlebt. Ich bin froh, dass ich viele Jahre lang auch andere Facetten des Berufslebens und viele verschiedene Kollegen und Kunden kennen und schätzen lernen durfte, und kann jedem nur empfehlen, immer wieder neugierig über den beruflichen Tellerrand zu blicken, wenn sich die Gelegenheit bietet, und sich keine Scheuklappen wachsen zu lassen...
Das Interview führte Leonore Höfer (Diplom-Kommunikationsdesignerin, Würzburg) im Sommer 2004 zur Vorbereitung auf ihre Diplomarbeit. Die Aussagen wurden 2009 erweitert und überarbeitet, da sich die Philosophie im Laufe der Jahre auch erweitert hat. (Es wäre schlimm, wenn 5 Jahre Trainings spurlos am Trainer vorbei gegangen wären.) Die Fotos entstanden während des Gesprächs nebenher und wurden mir zur Verfügung gestellt.
An dieser Stelle nochmals meinen herzlichsten Dank. (Fotos: Leonore Höfer)
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